Die Entwicklung zum Hub for Sustainable Finance

Der Hub for Sustainable Finance Germany wird vom Rat für Nachhaltige Entwicklung als offene Plattform für in Sustainable Finance aktive Stakeholder organisiert. Die Aktivitäten im Hub for Sustainable Finance sind vom Dialog mit der Wirtschaft und mit zivilgesellschaftlichen Akteuren geprägt.​

Als zentrale Veranstaltung findet ein Mal im Jahr der Sustainable Finance Gipfel statt. Mit einem ersten Gipfel im Oktober 2017 wurde das Format in Räumen der DVFA erfolgreich am Finanzplatz Frankfurt platziert. Der zweite Gipfel setzte die noch junge Tradition mit einem hochrangigen Sustainable Finance Dinner und einer stakeholdergetragenen Veranstaltung unter Schirmherrschaft von BMF und BMU Ende September 2018 fort. Der Sustainable Finance Gipfel wird in wechselnder Federführerschaft organisiert: im ersten Jahr von Deka Investments, im zweiten vom Rat für Nachhaltiger Entwicklung, im dritten vom Green and Sustainable Finance Cluster Germany.

 

Die Initiative der Deutschen Börse AG 

Bild_Bo__rse_parkett-01-1400x933.jpgIm Mai 2017 hat die Gruppe Deutsche Börse, gemeinsam mit bedeutenden Akteuren des Finanzplatzes Frankfurt die Accelerating Sustainable Finance Initiative ins Leben gerufen.

Als internationaler Infrastrukturanbieter in der Mitte des Frankfurter Finanzplatzes versteht die Deutsche Börse Group es als ihre Verantwortung, einen offenen Dialog zu diesem großen Transformationsprozess globaler Finanzstrukturen zu etablieren und gemeinsam mit allen relevanten Akteuren nachhaltigen Fortschritt und Innovation voranzutreiben.  Die gemeinsame Initiative zeigt, dass sich der Finanzplatz Frankfurt seiner Verantwortung für die Zukunft der internationalen Kapitalmärkte sehr bewusst ist und bereit ist das Momentum und die Potenziale seiner Kerngeschäfte zu nutzen.

Mit der Unterzeichnung der Frankfurter Erklärung bezeugen die Akteure ihre Absicht, Rahmenbedingungen einer nachhaltigen Finanzwirtschaft zu definieren und diesbezüglich verschiedene Initiativen am Finanzplatz Frankfurt anzustoßen. Dazu zählt die Identifikation innovativer Geschäftsfelder sowie ein verantwortungsbewusster Umgang mit Risiken. Auf diese Weise soll eine ganzheitliche Mobilisierung nachhaltiger Finanzmarktinfrastrukturen gefördert werden, um die positive Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft bei unbedingtem Schutz der natürlichen Lebensgrundlage zu unterstützen. Im Anschluss an die Auftaktkonferenz wurden drei Task Forces gebildet, welche inhaltlich die Schwerpunktthemen der Auftaktkonferenz „Impact Investing“, „Sustainable Products & Services“ und „ESG Data“ spiegeln.

Im April 2018 haben sich die Accelerating Sustainable Finance Initiative und das Green Finance Cluster des Hessischen Wirtschaftsministeriums zum Green and Sustainable Finance Cluster Germany zusammengeschlossen. Analog zu den Inhalten der Frankfurter Erklärung hat sich das Cluster dem Aufbau und der Umsetzung eines strategischen Konzepts zur Etablierung einer nachhaltigen Finanzwirtschaft in Deutschland verschrieben. Um dieses Ziel zu erreichen, konzentriert sich das Cluster auf vier Handlungsfelder: Sustainable Finance - Status quo und Weiterentwicklung, Metriken und Standards, Daten und Digitalisierung, Dialog und Wissensaufbau.
 

Die Inititiative des Rates für Nachhaltige Entwicklung

Erste Anstöße, neuen Schwung in die Debatte über Co-Regulierungsprozesse für nachhaltige Finanzwirtschaft in Deutschland zu bringen, hatte der RNE Anfang 2017 gegeben – zunächst noch unter dem Schlagwort “Green Finance”.
 

Im aktuellen Arbeitsprogramm des Rates liegt auf dem Thema ein Schwerpunkt. Das ehemalige Ratsmitglied Achim Steiner, seit dem 19. Juni Leiter des UN-Entwicklungsprogrammes (UNDP), und Ratsmitglied Alexander Bassen, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Hamburg, hatten dazu gemeinsam mit dem RNE-Generalsekretär Günther Bachmann ein als “living document” angelegtes Diskussionspapier erstellt, das in einem Fachgespräch diskutiert wurde.
 

Am 12.06.2017 hatte der Rat Expertinnen und Experten eingeladen, um einen offenen Austausch über die ersten Ideen und Thesen zum Thema zu ermöglichen. Die Teilnehmenden kamen aus Politik, Finanzindustrie und Zivilgesellschaft: Vertreterinnen und Vertreter des Bundesumwelt- und des Bundesfinanzministeriums sowie des Landes Nordrhein-Westfalen, aus Banken und anderen Finanzinstitutionen, den Bereichen Verbraucherschutz, Impact Investing und verschiedener finanzmarktnaher Non-Profit-Organisationen.
 

Das living document war seit März 2017 bereits unter anderem auf der PAGE-Konferenz, im Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung und auf der RNE-Jahreskonferenz präsentiert worden. Ein zentraler Gedanke darin: in Deutschland einen “Hub for Sustainable Finance” zu gründen, über den die vielen Akteure zusammenarbeiten können. “Ein wichtiger Schritt auf dem Weg dahin war das Expertengespräch”, sagte Alexander Bassen, als er die zentralen Ergebnisse der Veranstaltung zusammenfasste.
 

Im ersten Schritt ging es darum, eine gemeinsame Diskussionsgrundlage zu schaffen: Die Ergebnisse der Runde dienten dazu, das “living document“ zu konkretisieren, zu verbessern und zu ergänzen, einige Probleme klarer zu definieren und mögliche Hebel zu prüfen, um das Thema weiter vorantreiben zu können. Einhellig war die Meinung, dass die an vielen Stellen parallel laufenden Aktivitäten einer Koordination bedarf, um Synergieeffekte zu nutzen und den konstruktiven Dialog zu fördern.
 

Mit Nachhaltigkeit profilierte Verbände der Finanzwirtschaft in Deutschland

Die Diskussion um eine nachhaltige Finanzwirtschaft wurde in Deutschland stark durch Bündelung weitere, besonders profilierte Akteure und Verbände geprägt und getrieben. Im Sinne der Bündelung der Kräfte sind diese auch im Hub for Sustainable Finance vertreten.

 
CCRIC_logo_end-(2).jpgRIC (Corporate Responsibility Interface Center) ist ein gemeinnütziger Verein zur Förderung von Ethik und Nachhaltigkeit bei der Geldanlage und versteht sich gleichermaßen als Informationsplattform und Kompetenzzentrum. Ziel der Aktivitäten von CRIC ist es, ökologischen, sozialen und kulturellen Aspekten in Unternehmen und der Wirtschaft mehr Gewicht zu verleihen.
Mit mehr als 100 Mitgliedern vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist CRIC die größte Investorengemeinschaft zur ethisch-nachhaltigen Geldanlage im deutschsprachigen Raum. Die Schwerpunkte der Arbeit liegen in der Bewusstseinsbildung, dem Dialog mit der Wirtschaft (engl. Engagement) und der wissenschaftlichen Begleitforschung. CRIC wurde im Jahr 2000 gegründet. Der Vereinssitz ist Frankfurt am Main.

FNG.jpgDas Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) e.V. ist der Fachverband für Nachhaltige Geldanlagen in Deutschland, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz. Es repräsentiert über 175 Mitglieder aus dem deutschsprachigen Raum, die sich für mehr Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft einsetzen. Dazu zählen unter anderem Banken, Kapitalanlagegesellschaften, Versicherungen, Finanzberater, Ratingagenturen, wissenschaftliche Einrichtungen und Privatpersonen. Das FNG fördert den Dialog und Informationsaustausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik und setzt sich seit 2001 für die Qualitätssicherung und verbesserte rechtliche und politische Rahmenbedingungen nachhaltiger Investments ein. Es verleiht das Transparenzlogo für nachhaltige Publikumsfonds (seit 2008), gibt die FNG-Nachhaltigkeitsprofile (seit 2012) heraus und hat das FNG-Siegel für nachhaltige Publikumsfonds (seit 2015) entwickelt. Gemeinsam mit ÖGUT bietet das FNG die Weiterbildung Nachhaltige Geldanlagen für Finanzberater an. Außerdem erhebt das FNG seit 2005 jährlich den Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen, der Brancheninsidern, Journalisten, Wissenschaftlern und Politikern als Referenz dient, wenn es um aktuelle Daten zu Nachhaltigen Geldanlagen geht. Darüber hinaus ist das FNG Gründungsmitglied des europäischen Dachverbandes Eurosif.