Erfahrungsaustausch zur Implementierung von Nachhaltigkeit in den Kundenberatungsprozess

Selbstbeschreibung

Das FNG (Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V.) ist der Fachverband für Nachhaltige Geldanlagen in Deutschland, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz. Es repräsentiert über 175 Mitglieder aus dem deutschsprachigen Raum, die sich für mehr Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft einsetzen. Dazu zählen unter anderem Banken, Kapitalanlagegesellschaften, Versicherungen, Finanzberater, Ratingagenturen, wissenschaftliche Einrichtungen und Privatpersonen. Das FNG fördert den Dialog und Informationsaustausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik und setzt sich seit 2001 für die Qualitätssicherung und verbesserte rechtliche und politische Rahmenbedingungen nachhaltiger Investments ein. Es verleiht das Transparenzlogo für nachhaltige Publikumsfonds (seit 2008), gibt die FNG-Nachhaltigkeitsprofile (seit 2012) heraus und hat das FNG-Siegel, den SRI-Qualitätsstandard für nachhaltige Investmentfonds (seit 2015) entwickelt. Gemeinsam mit ÖGUT bietet das FNG die Weiterbildung Nachhaltige Geldanlagen für Finanzberater an. Außerdem erhebt das FNG seit 2005 jährlich den Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen, der Brancheninsidern, Journalisten, Wissenschaftlern und Politikern als Referenz dient, wenn es um aktuelle Daten zu Nachhaltigen Geldanlagen geht. Darüber hinaus ist das FNG Gründungsmitglied des europäischen Dachverbandes Eurosif.


Der Beitrag bezieht sich auf diese Thesen des H4SF

These 5:Das Wissen und die Kompetenzen um treuhänderische Pflichten und die spezifische Verantwortung in der Finanzwirtschaft ist weiterzuentwickeln

Die zehn Thesen des Hub for Sustainable Finance

Unser Beitrag zu Sustainable Finance

Das FNG ruft zu einem Erfahrungsaustausch unter Stakeholdern zur Implementierung von Nachhaltigkeit in den Kundenberatungsprozess auf. Grund für die Sammlung von Best-Practices ist der von der EU Kommission veröffentlichte Legislativvorschlag zur Änderung der MiFID II und IDD Richtlinie.

Viele Studien zeigen ein hohes Interesse von privaten Investoren für nachhaltige Anlagen auf, doch stellt der aktuelle Beratungsprozess sich als Knackpunkt dar: Anleger äussern diese Vorlieben nicht, Berater haben bisher häufig zu wenig Wissen im Kontext bzw. keine Incentives, persönliche Werte oder ESG-Themen anzusprechen. Eine Ergänzung von MIFID II mit einer systematischen Abfrage von Präferenzen im Bereich Nachhaltigkeit könnte eine positive Dynamik entwickeln. Um eine mögliche Regulierung vor allem im Bereich der Implementierung zu beeinflussen, plant das FNG eine Evaluation bestehender Ansätze, wie Nachhaltigkeit bisher im Beratungsprozess verankert ist. Auf der Basis von Best-Practice Beispielen sollen Anregungen und Empfehlungen für eine Regulierung und die praktische Umsetzung erarbeitet werden. Gibt es einen standardisierten Fragekatalog, werden systematische Schulungen angeboten, können die Berater auf zusätzliche Experten zurückgreifen?

Zudem ist ein Austausch darüber geplant, welche Ansätze dabei gut oder gar nicht funktioniert haben bzw. wie mögliche Hemmnisse überwunden werden können. Am Sustainable Finance Gipfel Ende September 2018 in Frankfurt wurden bereits erste Diskussionen geführt. In den nächsten Monaten sind weitere individuelle Gespräche geplant. Hierbei können zudem Impulse für die Weiterentwicklung des FNG-Kurses Leonardo gewonnen werden. Denn mit einer systematischen Abfrage zu Nachhaltigkeitspräferenzen wird auch die Nachfrage nach Schulungsmassnahmen zum Thema Nachhaltigkeit in der Geldanlage steigen, damit Berater für diese Diskussionen vorbereitet sind.

Bei Interesse oder Feedback melden Sie sich bitte bei FNG-Geschäftsführerin Angela McClellan und FNG-Vorstandsmitglied Ingeborg Schumacher unter McClellan@forum-ng.org